Vom Kleingarten zum Natur-Erlebnis-Traumgarten
Kleingärten verändern sich derzeit spürbar - ein Wandel hin zu ökologischem Gärtnern. Frau Dill und ihr Mann möchten ihre Parzelle im Sinne der Biodiversität maximal aufwerten und aus Ihrem Kleingarten einen Natur-Erlebnis-Traumgarten gestalten.
Erstberatung
Frau Dill hatte bereits ein gutes Gespür für naturnahes Gärtnern – dennoch fehlte der Überblick, was auf der Fläche konkret möglich ist.
Gemeinsam haben wir die Gegebenheiten vor Ort betrachtet: Bodenbeschaffenheit, Lichtverhältnisse, vorhandene Strukturen und erste Nutzungsideen. Auf dieser Grundlage wurden die einzelnen Bereiche der rund 330 m² großen Parzelle neu gedacht und sinnvoll gegliedert.
Schon in der Erstberatung zeichnete sich ab, wie vielfältig sich der Garten zu einem Natur-Erlebnis-Kleingarten entwickeln kann: unterschiedliche Nährstoffbereiche für Gemüse und Kräuter, trockenheitsverträgliche Wildblumen, Naschzonen mit Beerensträuchern, Nischen für Tiere, Wege aus Blumenschotterrasen sowie ein geplanter Teich.
Beratung und Begleitung
Die Umsetzung erfolgte größtenteils in Eigenleistung. Beide gingen den Weg mit großem Engagement und einem klaren Interesse daran, ihren Garten wirklich zu verstehen.
Vor Beginn der Umgestaltung mussten zunächst einige Rahmenbedingungen geklärt werden – insbesondere die Zustimmung des Kleingartenvereins. Das Vorhaben wurde von mir als aalsKonzept nachvollziehbar und schließlich genehmigt.
Im weiteren Verlauf begleite ich das Projekt punktuell – mit fachlichen Einschätzungen, konkreten Empfehlungen und Unterstützung bei einzelnen Entscheidungen.
Aus dem Konzept für den Kleingartenverein
„Mein Ziel ist es, den Garten nachhaltig, ökologisch und ertragreich zu gestalten. Dabei lege ich besonders viel Wert auf heimische Wildpflanzen, regionale und alte Obst und Gemüsesorten. Ich denke daran, so viel wie möglich zu entsiegeln und versickerungsfähige Wege anzulegen.
Den Rasen möchte ich komplett entfernen, da diese Fläche nicht nachhaltig ist. Anstelle dessen möchte ich die Beete ausweiten und so unterschiedliche Pflanzbereiche schaffen, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer angelegt werden. Zudem gibt es Obstgehölze, viele Kräuter und Stauden u. a. mit essbaren Blüten. (…) Außerdem möchte ich einen Teich anlegen (laut Satzung max. 8m²), um dort unter anderem essbare Pflanzen einzusetzen. Dazu kommen noch ökologisch wertvolle Bereiche für Schmetterlinge, Wildbienen und Vögel.“
Infomaterial zu Naturgärten
Die Landesverbände der Kleingärtner in NRW – Landesverband Rheinland der Gartenfreunde e. V. und Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e. V. – haben gemeinsam mit der Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes Nordrhein-Westfalen (NUA) Infoblätter zum Thema „Naturnahe Gärten: lebendig, nützlich, schön“ herausgegeben.
Planzeichnung
Nachdem die grundlegenden Entscheidungen getroffen waren, entstand die konkrete Planung.
Für mich ist dieser Prozess ein zentraler Teil der Arbeit:
Es geht darum, harte Faktoren wie Flächen, Licht und Nutzung mit weicheren Qualitäten wie Atmosphäre, Übergängen und Wahrnehmung zu verbinden.
Auf dieser Basis wurden Funktionsbereiche, Wege und Strukturen entwickelt und im nächsten Schritt in eine zeichnerische Planung überführt. Diese dient nicht nur der Orientierung, sondern auch als gemeinsames Verständigungswerkzeug.
Darauf aufbauend erfolgte die detaillierte Ausarbeitung:
Pflanzflächen für biodiversitätsfördernde Mischungen, Totholzbereiche, Nistmöglichkeiten, Strauch- und Baumpflanzungen, Beetstrukturen sowie Übergänge zwischen offenen und dichteren Bereichen.
Mittlerweile hatten wir uns bereits viel über heimische Wildpflanzen, Nutzerverhalten, Permakultur, Erntewünsche, Lebensräume für Tiere, Sichtachsen und Pflege unterhalten. Daraus formen sich so langsam Zonierung, Himmelsausrichtungen, geschützte Bereiche, Wege und Plätze, die ich grob skizziert den Kunden beim ersten Schulterblick erläutere und freigeben lasse. Es folgen die detaillierte Ausarbeitung und Kolorierung. Dabei zeigen sich auch die wichtigen Biodiversitätselemente wie Trockenmauern, Totholzbereiche für hohlraumnistende Insekten und viele Kleinstlebewesen, Laubhaufen, offene Bodenflächen für bodennistende Insekten, Nistkästen, Sträucher und Bäume, Beetgesellschaften, Säume, Schattenbeete, Gemüsebeete und vieles mehr.
Zum fertigen Plan erhielten Dills ein bebildertes Booklet mit Erklärungen zu Materialien, Herstellern, Pflanzengesellschaften und Wildpflanzenlieferanten. So ausgestattet konnten sie sich nun eigenständig an die Umsetzung machen.
Ein naturnaher Kleingarten entsteht
Seit Sommer 2022 läuft nun die Umgestaltung. Es ist ein langsam wachsendes Projekt, das Frau und Herr Dill an Wochenenden und Urlaubstagen immer weiter vorantreiben. Wir dürfen einen Blick in ihre laufenden Prozesse werfen.